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Doppelt bitter

DSC 5556  Die LG Bern kann beide Vereinsmeistertitel im Heimstadion nicht verteidigen. Der Doppelsieg gelang dem LC Zürich, bei den Männern nur gerade mit 2,5 Punkten Vorsprung. 

Bern -Die Entscheidung fiel im Sprint, ganz zum Schluss des Wettkampfs. Mit nur 2,5 Punkten Unterschied setzte sich der LC Zürich (347,5 Punkte) gegen die LG Bern (345 Punkte) durch und wurde Schweizer Vereinsmeister. Die Männer des LC Zürich erfuhren erst bei der Rangverkündigung, dass ihnen der Sieg geglückt war. Dementsprechend ausgelassen feierten sie. Ihr Jubel ging jedoch mit dem Frust der LG Bern einher. Diese – als Titelverteidigerin zum Heimwettkampf angetreten und gerade erst vom Europacup zurückgekehrt – musste sich mit dem zweiten Platz begnügen. Weniger knapp, aber nicht weniger frustrierend war das Ergebnis bei den Frauen. Mit 319,5 Punkten blieben sie deutlich hinter den Erstplatzierten vom LC Zürich (350 Punkte).

 

Neben dem zweiten Platz blieb den Berner Männern vor allem ein Lichtblick. Die 4x100-Meter-Staffel mit Alves, Gugerli, Fongué und Schneeberger gewann vor dem LC Zürich in 40,35 Sekunden. Das macht Hoffnung für die Staffel-Schweizer-Meisterschaften vom September in Davos.

 

„Das hat uns wohl den Sieg gekostet“

Weiter lief Silvan Lutz über 400 Meter so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr (48.45 Sekunden) und Stefan Ritz – ebenfalls über 400 Meter – befindet sich derzeit in Bestform. Mit 49.24 Sekunden stellte er gar eine persönliche Bestzeit auf. Damit zeigten die beiden erneut, dass sie für die 4x400-Meter-Staffel einen sicheren Wert darstellen. Dennoch wurde beide in ihren Disziplinen entscheidend geschlagen, ebenso wie der stark auftretende Steven Gugerli über 100 Meter und 200 Meter. Immer war eben ein Zürcher noch vor den Berner klassiert. Dazu kam das Wettkampfpech: Rolf Malcolm Fongué hatte Probleme mit der Achillessene und konnte in den Sprintdisziplinen nicht an den Start gehen. Und auch Marc Schneeberger wurde in Hinsicht auf die olympischen Spiele geschont. „Das hat uns wohl den Sieg gekostet, klar sind wir enttäuscht“, sagte Co-Coach Kone Vogt gegenüber tvlbern.ch.

 

Personelle Lücken

Bei den Frauen war die Situation klarer, der Sieg weiter weg. Wegen personeller Lücken musste sich das junge Team der Mannschaft des LC Zürich deutlich geschlagen geben. So war etwa über 400 Meter nur eine Athletin am Start. Kone Vogt sieht dennoch Potenzial: „Die Mannschaft ist gut aufgestellt für die Zukunft, wir werden sehen, was sie bringt“. Zu überzeigen vermochten im Berner Wankdorfstadion vor allem Vera Falkenberg und Danja Barth, die über 100 Meter ein persönliche Bestzeit realisieren konnte (12.68, resp. 12.74 Sekunden). Und mit 27 Punkten im Weitsprung war die LG Bern mit Sarina Schmied und Ramona Bachem das erfolgreichste Weitsprung-Team.

 

Mit einem Auge dürfen die beiden LGB-Teams noch immer auf den Europacup schielen. Denn der LC Zürich verzichtete in den letzten Jahren jeweils auf eine Teilnahme. Lachender Zweiter wäre dann: Die LG Bern.