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AtliCAGenève oder Lotterie Romande

160611 MeetingGenf Ritz 11.06.16 - Die Prognosen waren eindeutig. Regen und kühle Temperaturen waren angesagt. Das traf dann auch zu – aber abwechselnd mit sonnigen Phasen und durchaus angenehmen Temperaturen.Bild: Andreas Ritz im 400Hü-Rennen 

 

Im Zeitplan waren die exzellent besetzten 400m Hürden Sprints um 1710 Uhr angesetzt. Ein sehr zuversichtlicher Andreas Ritz startete seine Wettkampfvorbereitung um 1610 Uhr. Bis zu seinem Start waren lediglich noch die 200m Läufe angesetzt. Die erste Bahnpräsenz von Andreas um 1640 Uhr mit Steigerungsläufen und Hürdentest war überragend. Zeit dazu blieb mehr als genug, die 200m Serien, fünfzehn an der Zahl verzögerten sich wegen zahlreichen Fehlstarts zufolge technischer Probleme massiv. Weitere Steigerungsläufe um 1730 Uhr (20 Minuten nach der zeitplanmässigen Startzeit) waren noch immer gut, um 1815 Uhr, über einer Stunde nach der offiziellen Startzeit, die Steigerungsläufe nur noch korrekt. Mit über eineinhalb Stunden Verspätung wurde Andreas Ritz endlich in den Startblock geschickt. Allerdings wegen zwei technischen Fehlstarts gleich dreimal. Der Rest ist schnell erzählt. Ein guter Lauf ohne die notwendige Spannung für eine EM-Limite. Die persönliche Saisonbestleistung von 52.33 Sek. milderte den Ärger über die letztlich mehr als ungünstigen Rahmenbedingungen nicht. Ein Blick auf die überragende Konkurrenz zeigt, auch Weltklasseleute stecken eineinhalb Stunden Startverzögerung nicht so leicht weg.

Silvan Lutz, der ziemlich am Anfang des gutbesetzten Meetings an den Start ging, konnte noch bei guten Bedingungen seine Aufwärmrunden drehen. Eine halbe Stunde vor seinem Start begann eine einstündige Gewitterregenphase. Etwa zehn der über achtzig 400m Sprinterinnen und Sprinter konnte sich auf dem Platz unter einem kleinen Zelt vor den Regengüssen schützen. Zahlreiche Athleten standen 30 Minuten im Wettkampfdress auf der Bahn. Helfer versuchten das Wasser von den überschwemmten Innenbahnen wegzustossen. Silvan wurde in der vierten Serie auf die Bahn 2 beordert. Für einmal wirklich kein Vergnügen. Ausgangs der Kurven spritzen beim Vorbeilaufen hohe Fontänen in die Luft. Silvan nach seinem Lauf: „Es war klar, unter diesen Bedingungen konnten wir keine Spitzenzeiten erwarten. Ich habe daher versucht, eher einen Steigerungslauf zu absolvieren. Das ist mir gelungen und damit muss ich wohl für heute auch zufrieden sein“. Die Zeit für Silvan: 47.76 Sek., die fünfte 47er Zeit in diesem Jahr.

Noch mehr Unbill traf Hendrik Engel. Er startet über 1500m. Es lief ihm nicht besonders gut, er dürfte schon mal im Training schneller gewesen sein. Allerdings lässt sich das nicht so genau sagen. Von den beiden 1500m Läufen kann der Organisator leider keine Rangliste veröffentlichen. Sie sind den widrigen Umständen zum Opfer gefallen. Hendrik wird darüber wohl nicht allzu traurig sein.

Auf der Pontaise in Lausanne starteten an diesem verregneten Samstagnachmittag Matthias Moseler über 200m. Mit 22.60 Sek. gewann der den Final vor Tim Stalder, der mit 22.90 Sek. Dritter wurde. Matthias mit verhaltenem Start, Tim mit besserem Start und schneller Kurve. Die Beiden gelangten beinahe gleichauf auf die Zielgerade. Matthias konnte etwas mehr Kraft aufbieten und seinen Clubkollegen „noch einmal“ (?) auf die Ränge verweisen. Matthias nach dem Lauf: „Nach 15 Starts in den letzten Wochen, brauche ich jetzt erstmals ein Wochenende Pause“. Tim Stalder ist zuversichtlich: „In La Chaux-de-Fonds am 26. Juni will ich mich für die Schweizermeisterschaft der Aktive in Genf qualifizieren“. Matthais Moseler startete in Lausanne auch über 100m wo er mit 11.28 Zweiter wurde.

Nicht wunschgemäss lief es Kevin Fehlmann in Lausanne. Nach guten Trainingsleistungen über 200m Hürden lief er über 400m Hürden die erste Hälfte zu ambitiös und musste auf den letzten dreissig Metern dafür büssen. Trotzdem, wer nichts wagt, weiss nie, wo die momentanen Grenzen sind.

Nerina Gross startete bereits zum zweiten Mal in dieser Saison über 400m Hürden. Am Samstagmorgen um 10 Uhr 30 konnte eine neue persönliche Bestzeit von 68.12 Sek. verbucht werden. Allerdings ist Nerina damit nicht zufrieden: „ein miserabler Lauf, stop-and-go bei zehn Hürden“. Da sind wir doch mal gespannt auf die Zeit bei weniger stop-and-go!

Bericht: Hans Kappeler