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Die TVL-Sprinter in Magglingen geschlossen am Start

170128 LuztMagglingen2 28.01.16 - Unsere TVL-Sprinter um haben entschieden: 'Hallenwettkämpfe könnten Spass machen!'. Ursprünglich waren für die Sprinter keine Hallenwettkämpfe geplant (ausser aus dem Training „heraus“ für den Nachwuchs), so dass auch entsprechend keine, spezifische Vorbereitung auf die Wettkämpfe gemacht wurde. Umso erstaunlicher sind die Resultate und wir erfreuen uns an tollen Leistungen!Foto: fritzberger.ch [http://www.fritzberger.ch] fotografie

Die Nachwuchssprinter konnten mit sehr guten Leistungen überzeugen. Nick Stalder gelang ein hervorragendes Hallen-Debüt über 200m. Er war mit 23.34 Sek. über eine halbe Sekunde schneller als im Freien und er wäre mit dieser Zeit in der Hallensaison 2016 unter den Top 10 klassiert gewesen. Sein Lauf war kompakt und von technisch sehr guter Qualität. Er scheint im Rumpf stabiler und damit besser in der Lage, seine Möglichkeiten auszuschöpfen. Die Rhythmuswechsel mit ständigem auf und ab bewältigte er bravurös. Er kann sich auf die Meisterschaften in der Halle freuen.

Timo Castrini, für Bettlach startend aber mit dem TVL trainierend, hielt sich im Kurzsprint die ersten 30 Meter vornehm, zu vornehm zurück. Er verpasste den Start und die Beschleunigung entsprach keinesfalls seinen Möglichkeiten. Auf der zweiten Streckenhälfte konnte er dann deutlich zulegen und mit den 7.37 Sek. musste er mit Blick auf das Rennen halt dann doch zufrieden sein. Unerwartet gut war dann sein erster Sprint über 200m. Mit diesmal einem guten Start lief er bis ausgangs zweiter Kurve ein starkes Rennen. Das Timing in der Schrittgestaltung ist noch stark verbesserungsfähig. Umso erstaunlicher, wie gut Timo sich zurecht fand. 23.78 Sek. und die erfüllte Indoor-Nachwuchs-SM-Limite sind der verdiente Lohn für die Anstrengungen.

Andreas Ritz nutzte die Hallenstarts für ein Schnelligkeits- und Stehvermögentraining. Was er dabei technisch auf die Bahn brachte, gehörte in Magglingen zum Feinsten. Mit 22.69 Sek. über 200m dürfte auch er zufrieden gewesen sein. Er musste ja die Kräfte etwas einteilen, wollte er doch eine Stunde später noch über 400m starten. Das tat er dann auch. In einer starken Serie setzte er richtigerweise nicht auf die Karte „alles-oder nichts“. Er startete mit einer Durchgangszeit von über 25.00 Sekunden verhalten - Zu verhalten, wie der spätere Rennverlauf zeigte. Er vermochte auf der zweiten Bahnrunde deutlich zuzulegen und den Rückstand auf die Besten wieder markant zu verringern. Die gelaufenen 49.78 Sekunden bedeuten neue persönliche Bestzeit. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass er seit 2009 keine Hallenwettkämpfe mehr bestritten hat.

Matthias Moseler wurde das „Opfer“ seiner eigenen Strategie. Er startete über 200m mit der Absicht eher defensiv und ganz locker zu laufen. Die Zurückhaltung war vom Start weg zu sehen. So konnte er keinen Meter des Rennens seine Möglichkeiten nutzen. Der ungewohnte Rückstand auf die Konkurrenten trug nicht dazu bei, über die Bahn zu schweben. So wurde aus einem geplanten lockeren Lauf ein schönes Stück Arbeit und mit den gestoppten 23.37 Sekunden wenig Zählbares. Was soll‘s, mental war er bereits im Trainingslager in Süd Afrika, wo er mit Bestimmtheit im Training mehrmals schneller laufen wird.

Matyas Kobrehel war bis kurz vor dem Start unsicher, ob er überhaupt laufen sollte. Er holte sich am Freitag bei seiner Schreinertätigkeit eine Prellung. Er startete letztendlich doch, sein Lauf war gut anzusehen, locker, speedig und technisch korrekt. Nur fehlte auf jedem Meter des Rennens der Wille, die Grenzen auszuloten und die Möglichkeiten auszuschöpfen. Seine 52.74 Sek. sind weder gut noch schlecht, genauso wie er nach dem Rennen weder erschöpft noch zufrieden war.

Simon Gerber trat ebenfalls unter widrigen Umständen an. Er war erkältet und hätte eigentlich ins Bett gehört. Zu laufen, reizte ihn sehr, daher versuchte er es. Die 400m in der Halle sind alles andere als ein Spaziergang, leicht angeschlagen sowieso nicht. Was er zeigte gefiel optisch in jeder Phase des Rennens. Hohe Knieführung, langer Schritt, gute Armarbeit. Er konnte aufgrund seiner Leistungen im vergangenen Sommer bereits in der zweiten Serie starten. Die Bahn 1 hat den Vorteil, dass man die Konkurrenten vor sich hat, aber den Nachteil, dass sie noch enger und kräfteraubender ist als die übrigen Bahnen. Er hielt in dieser starken Serie bis Mitte der vierten und damit letzten Kurve mit. Dann wurde es hart, die Kraft war aufgebraucht, die Säure in den Beinen brennend. 53.20 Sekunden wurden gestoppt. Im Vorjahr noch Grund zum jubeln, diesmal in Magglingen Grund für Hustenanfälle und Kopfschmerzen.

Silvan Lutz, der „Drahtzieher“ der kleinen Hallensaison der TVL Sprinter wusste, dass er zwar gut „drauf“, aber nicht optimal vorbereitet war. Ganze zwei Bahntrainings hatte er absolviert und den harten Trainingsrhythmus nicht zu Gunsten des Hallenstarts verlassen. Wenn man zu den Besten gehört, steht man immer im Blickfeld. Das war auch in Magglingen so. Es war unübersehbar, er war nervös aber auch in kämpferischer Stimmung. Gegner waren der Italiener Mario Lambrughi, Mitglied der 4x400m Staffel der Italiener an der EM in Amsterdam, Freund und Dauerkonkurrent Daniele Angelella und der Junginternationale Charles Devantay. Der Italiener startete sehr engagiert, Silvan schien sich eher an Angelella, der auf Aussenbahn lief, zu orientieren. Die erste Runde, gelaufen um 22.8 Sekunden gefiel technisch und taktisch. Ohne spezifische Vorbereitung wäre es vermessen gewesen, mit dem Italiener mitzugehen. Es gelang Silvan sich vor der zweiten Runde vor Angelella zu platzieren, das war für den Ausgang des Rennens entscheidend. Auf dieser zweiten Bahnrunde lief Silvan zu aufrecht, mit zu wenig Körpervorlage. Die heftigen Angriffe des Tessiners konnte er mit viel Kampfgeist und gutem Stehvermögen parieren. Devantay konnte nie in das Geschehen dieses Rennens eingreifen. Der verdiente Lohn war die Zeit von 47.74 Sek. einer neuen persönlichen Bestleistung. Und Interessant, diese Zeit ist besser als die erste Zeit Outdoor 2016.

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